Von Noah Pirro · Gründer, Pirro ConsultingMake vs. Zapier 2026: Welches Automatisierungs-Tool ist besser?
Make (ehemals Integromat) kostet bei vergleichbarem Funktionsumfang 60–80% weniger als Zapier und bietet deutlich mehr Flexibilität bei komplexen Workflows. Zapier punktet dafür mit der einfachsten Benutzeroberfläche am Markt und über 7.000 App-Integrationen. Welches Tool das richtige für Sie ist, hängt von drei Faktoren ab: Komplexität Ihrer Workflows, Budget und technisches Know-how Ihres Teams.
Beide Plattformen gehören zu den führenden No-Code-Automatisierungstools weltweit. Aber sie verfolgen grundlegend verschiedene Philosophien. Zapier setzt auf Einfachheit – ein linearer Trigger-Action-Ansatz, bei dem selbst Anfänger in Minuten ihre erste Automation bauen. Make hingegen bietet eine visuelle Workflow-Oberfläche, die auch komplexe Verzweigungen, Schleifen und Fehlerbehandlung ermöglicht.
Preisvergleich: Make schlägt Zapier deutlich
Der größte Unterschied liegt im Preis. Zapier rechnet pro Task (eine einzelne Aktion in einem Workflow). Make rechnet pro Operation – das klingt ähnlich, ist aber in der Praxis günstiger, weil Make mehr Operationen pro Euro bietet.
Konkretes Beispiel: Ein Workflow, der neue Leads aus einem Formular ins CRM überträgt, eine E-Mail sendet und einen Slack-Kanal benachrichtigt, kostet bei Zapier 3 Tasks pro Durchlauf. Bei 500 Leads pro Monat brauchen Sie den Professional-Plan für 49 USD/Monat. Der gleiche Workflow bei Make kostet 3 Operationen pro Durchlauf. Mit dem Core-Plan für 9 USD/Monat haben Sie 10.000 Operationen – mehr als genug.
Bei höherem Volumen wird der Unterschied noch drastischer. Ein Unternehmen mit 5.000 automatisierten Aktionen pro Monat zahlt bei Zapier etwa 149–299 USD. Bei Make reichen 29 USD für den Pro-Plan mit 40.000 Operationen.
Versteckte Kosten bei Zapier
Was viele nicht wissen: Zapier zählt jeden Schritt als Task, auch wenn der Workflow mittendrin abbricht. Filter-Steps und Formatierungsschritte kosten ebenfalls Tasks. Das summiert sich schnell. Make hingegen zählt nur erfolgreich ausgeführte Operationen.
Benutzeroberfläche: Zapier ist einfacher, Make ist mächtiger
Zapiers Stärke ist die Einfachheit. Sie wählen einen Trigger (z.B. neuer Kontakt in HubSpot), dann eine Action (z.B. Zeile in Google Sheets erstellen). Fertig. Das Interface ist linear, intuitiv und perfekt für einfache If-This-Then-That-Automationen.
Make dagegen arbeitet mit einer visuellen Canvas-Oberfläche. Sie ziehen Module auf die Arbeitsfläche und verbinden sie mit Linien. Das erlaubt Verzweigungen (Router), parallele Pfade, Schleifen (Iterator) und komplexe Fehlerbehandlung. Für technisch versierte Nutzer ist das ein Traum. Für Anfänger kann es anfangs überwältigend wirken.
Wann Zapier die bessere Wahl ist
Zapier ist besser, wenn: Ihr Team keine technische Erfahrung hat, Sie nur einfache lineare Automationen brauchen (Trigger → 1-3 Actions), Sie maximale App-Kompatibilität brauchen (7.000+ Apps vs. 2.000+ bei Make), oder Sie in unter 5 Minuten loslegen wollen.
Wann Make die bessere Wahl ist
Make gewinnt, wenn: Sie komplexe Workflows mit Verzweigungen brauchen, Budget eine Rolle spielt, Sie Daten transformieren oder berechnen müssen (Make hat eingebaute Funktionen), Sie HTTP-Requests und APIs direkt ansprechen wollen, oder Sie mehr als 1.000 Automationen pro Monat ausführen.
App-Integrationen: Zapier führt, Make holt auf
Zapier hat über 7.000 App-Integrationen – das ist mit Abstand die größte Bibliothek am Markt. Wenn Sie ein Nischen-Tool nutzen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Zapier es unterstützt.
Make bietet aktuell über 2.000 Integrationen. Das klingt nach weniger, aber alle gängigen Business-Tools sind abgedeckt: HubSpot, Salesforce, Google Workspace, Microsoft 365, Slack, Stripe, Shopify und hunderte mehr. Und Make hat einen entscheidenden Vorteil: Ein universelles HTTP-Modul, mit dem Sie jede API ansprechen können – auch ohne offizielle Integration.
Performance und Zuverlässigkeit
Beide Plattformen sind zuverlässig, aber es gibt Unterschiede. Zapier führt Workflows standardmäßig im 1-2-Minuten-Takt aus (Polling). Make kann Webhooks nutzen und reagiert damit in Echtzeit – innerhalb von Sekunden.
Make erlaubt auch die parallele Ausführung mehrerer Szenarien und bietet detailliertes Logging mit der Möglichkeit, fehlgeschlagene Durchläufe einzeln neu zu starten. Bei Zapier ist das Debugging eingeschränkter.
Unsere Empfehlung
Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen empfehlen wir Make. Der Preisunterschied ist einfach zu groß, um ihn zu ignorieren. Die Lernkurve ist etwas steiler, aber nach ein bis zwei Stunden Einarbeitung sind Sie produktiv.
Zapier empfehlen wir nur in zwei Szenarien: Erstens, wenn Ihr Team absolut nicht technisch ist und auch kein Interesse hat, sich einzuarbeiten. Zweitens, wenn Sie eine Nischen-App nutzen, die nur Zapier unterstützt.
Wir bei Pirro Consulting arbeiten primär mit Make, weil es uns erlaubt, deutlich komplexere Automatisierungen zu bauen – und unsere Kunden langfristig weniger zahlen. In unseren Projekten sparen Kunden durch den Wechsel von Zapier zu Make durchschnittlich 65% an Tool-Kosten.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich von Zapier zu Make wechseln?
Ja, und der Wechsel ist einfacher, als Sie denken. Es gibt kein automatisches Migrations-Tool, aber die meisten Workflows lassen sich in Make nachbauen – oft sogar besser und effizienter. Planen Sie pro Workflow etwa 30–60 Minuten für die Migration ein.
Brauche ich Programmierkenntnisse für Make?
Nein. Make ist eine No-Code-Plattform. Für einfache Workflows brauchen Sie keinerlei technisches Wissen. Für komplexere Szenarien mit Daten-Transformationen hilft es, grundlegende Konzepte wie Variablen und JSON zu verstehen – aber das lernen Sie in einer Stunde.
Gibt es eine kostenlose Version?
Beide bieten kostenlose Pläne. Zapier Free: 100 Tasks/Monat, 5 Zaps, nur 2-Step-Workflows. Make Free: 1.000 Operationen/Monat, unbegrenzte Szenarien, volle Funktionalität. Auch hier bietet Make deutlich mehr zum Nulltarif.
Welche Alternative gibt es zu beiden?
n8n ist die spannendste Alternative – ein Open-Source-Tool, das Sie selbst hosten können (kostenlos) oder als Cloud-Version nutzen. Die Oberfläche ist Make sehr ähnlich, aber Sie behalten die volle Kontrolle über Ihre Daten. Für technisch versierte Teams ist n8n oft die beste Wahl.

Über den Autor
Noah Pirro
Gründer von Pirro Consulting. Seit über 4 Jahren automatisiert er Prozesse mit Make, Zapier und n8n und gewinnt für KMU im Saarland und in Rheinland-Pfalz qualifizierte Mitarbeiter über Social Recruiting – 25+ umgesetzte Automatisierungen, 1.500+ eingesparte Stunden.
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