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Tools6 Min.10. Jan 2026
Noah PirroVon Noah Pirro · Gründer, Pirro Consulting

Make vs. Zapier vs. n8n: Der ehrliche Vergleich 2026

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Make ist für die meisten KMU die beste Wahl: Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis, visueller Editor, über 3.000 Integrationen, und komplex genug für anspruchsvolle Workflows. Zapier ist einfacher, aber deutlich teurer. n8n ist am flexibelsten, erfordert aber technisches Know-how. Diese Einschätzung basiert auf über 20 Kundenprojekten, die wir mit allen drei Tools umgesetzt haben.

Aber 'am besten' hängt von Ihrer Situation ab. Ein Solopreneur mit 5 Automationen hat andere Anforderungen als eine 30-Personen-Agentur mit DSGVO-Anforderungen. Also schauen wir uns jedes Tool im Detail an.

Make: Der Allrounder

Make (ehemals Integromat) hat sich in den letzten zwei Jahren zum Standard-Tool für Prozessautomatisierung im Mittelstand entwickelt. Und das aus gutem Grund.

Stärken

Der visuelle Workflow-Editor ist ein Game-Changer. Sie sehen Ihren kompletten Prozess als Flussdiagramm – mit Verzweigungen, Schleifen, Filtern und Fehlerbehandlung. Das ist nicht nur zum Bauen praktisch, sondern auch für die Wartung: Wenn in 6 Monaten etwas angepasst werden muss, verstehen Sie sofort, was der Workflow tut.

Das Pricing ist fair. Im Free-Tier bekommen Sie 1.000 Operations pro Monat – genug zum Testen und für einfache Workflows. Der Core-Plan startet bei 9 USD/Monat mit 10.000 Operations. Zum Vergleich: Bei Zapier zahlen Sie für vergleichbare Leistung 29,99 USD/Monat.

Die Fehlerbehandlung ist hervorragend. Sie können für jedes Modul definieren, was bei einem Fehler passieren soll: Retry, Alternative Route, Benachrichtigung, oder Abbruch. Das klingt nach einem Detail, ist aber in der Praxis entscheidend. Nichts ist ärgerlicher als ein Workflow, der leise aufhört zu funktionieren, ohne dass es jemand merkt.

Aktuell bietet Make über 3.000 App-Integrationen. HubSpot, Slack, Google Workspace, Shopify, Stripe, Calendly – alles dabei. Und für Apps ohne native Integration gibt es HTTP-Module und Webhooks.

Schwächen

Die Lernkurve ist steiler als bei Zapier. Wer noch nie mit Automatisierungstools gearbeitet hat, braucht ein paar Stunden Einarbeitung. Der Editor ist mächtig, aber nicht immer intuitiv. Begriffe wie 'Scenario', 'Module' und 'Bundle' sind anfangs verwirrend.

Für wirklich komplexe Datenverarbeitung (große JSON-Objekte, komplizierte Array-Manipulationen) stoßen Sie manchmal an Grenzen. Da ist n8n mit seinem Code-Support überlegen.

Preise 2026

Free: 1.000 Ops/Monat, 2 aktive Szenarien. Core: 9€/Monat, 10.000 Ops. Pro: 16€/Monat, 10.000 Ops + erweiterte Features. Teams: 29€/Monat, mehrere Benutzer + Teamfunktionen. Enterprise: auf Anfrage.

Zapier: Der Einfachste

Zapier ist das bekannteste Automatisierungstool – und für viele der erste Kontakt mit dem Thema. Die Stärke liegt in der Einfachheit.

Stärken

Die Benutzeroberfläche ist extrem intuitiv. 'Wenn X passiert, dann mache Y' – dieses Prinzip versteht jeder sofort. Sie brauchen keine Einarbeitung, keine Tutorials, keine Schulung. In 10 Minuten haben Sie Ihre erste Automation gebaut.

Die App-Bibliothek ist mit über 7.000 Integrationen die größte im Markt. Egal welches Nischen-Tool Sie nutzen – die Chance, dass Zapier eine Integration hat, liegt bei 90%+. Das ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal.

Seit 2025 bietet Zapier auch 'Paths' (Verzweigungen) und 'Filters' an, die komplexere Workflows ermöglichen. Es hat sich also weiterentwickelt – ist aber immer noch primär für lineare Automationen optimiert.

Schwächen

Das Pricing. Zapier ist deutlich teurer als Make, besonders wenn Sie viele Tasks brauchen. Der Free-Plan erlaubt nur 100 Tasks/Monat (vs. 1.000 Ops bei Make). Der Starter-Plan kostet 29,99$/Monat für 750 Tasks. Bei Make bekommen Sie für den halben Preis das Zehnfache.

Komplexe Workflows sind umständlich. Sobald Sie Verzweigungen, Schleifen oder mehrere Datenquellen brauchen, wird Zapier unübersichtlich. Es gibt keinen visuellen Editor wie bei Make – Sie scrollen durch eine lange Liste von Steps.

Die Fehlerbehandlung ist rudimentär. Sie bekommen eine Benachrichtigung, wenn ein Zap fehlschlägt, aber die Möglichkeiten zum Error-Handling sind limitiert im Vergleich zu Make.

Preise 2026

Free: 100 Tasks/Monat, 5 Zaps. Starter: 29,99$/Monat, 750 Tasks. Professional: 73,50$/Monat, 2.000 Tasks. Team: 103,50$/Monat, gemeinsame Nutzung. Company: auf Anfrage.

n8n: Der Flexible

n8n ist die Open-Source-Alternative für alle, die maximale Kontrolle wollen. Self-Hosting, Custom Code, keine Limits – aber auch keine Kompromisse bei der Lernkurve.

Stärken

Self-Hosting ist der größte Vorteil. Sie betreiben n8n auf Ihrem eigenen Server, und keine einzige Zeile Daten verlässt Ihr Unternehmen. Für Branchen mit strengen Datenschutz-Anforderungen (Gesundheit, Finanzen, Recht) ist das oft ein Muss.

Keine Limits bei Workflows und Ausführungen in der Self-Hosted-Variante. Sie zahlen nur für den Server (ab ca. 5€/Monat bei Hetzner), nicht pro Task oder Operation. Bei hohem Volumen ist n8n damit unschlagbar günstig.

Custom Code in JavaScript oder Python direkt im Workflow. Wenn keine Integration existiert oder Sie spezielle Datenverarbeitung brauchen, schreiben Sie einfach Code. Das macht n8n extrem flexibel – grenzenlos flexibel, wenn Sie programmieren können.

Die Community ist aktiv und hilfsbereit. Über 400 Community-Nodes (Integrationen) erweitern den Funktionsumfang ständig.

Schwächen

Sie brauchen technisches Verständnis. Installation, Konfiguration, Updates, Backups – das müssen Sie selbst managen (oder jemanden haben, der es tut). Die Cloud-Version von n8n nimmt Ihnen das ab, kostet aber vergleichbar wie Make.

Die native Integrationsbibliothek ist kleiner als bei Make und Zapier. Etwa 350 offizielle Nodes plus Community-Beiträge. Für Standard-Tools reicht das, für Nischen-Apps müssen Sie eventuell selbst eine Integration bauen.

Fehler-Debugging ist anspruchsvoller. Wenn ein Workflow fehlschlägt, brauchen Sie manchmal technisches Verständnis, um die Ursache zu finden. Make macht das mit seinem visuellen Error-Handling einfacher.

Preise 2026

Self-Hosted: Kostenlos (Open Source) + Serverkosten (5–30€/Monat). Starter Cloud: 24€/Monat, 2.500 Executions. Pro Cloud: 60€/Monat, 10.000 Executions. Enterprise: auf Anfrage.

Der direkte Vergleich

Benutzerfreundlichkeit: Zapier (9/10) > Make (7/10) > n8n (5/10). Preis-Leistung: Make (9/10) > n8n Self-Hosted (9/10) > Zapier (5/10). Flexibilität: n8n (10/10) > Make (7/10) > Zapier (5/10). Integrationen: Zapier (10/10) > Make (8/10) > n8n (6/10). Datenschutz/DSGVO: n8n Self-Hosted (10/10) > Make (7/10) > Zapier (6/10). Fehlerbehandlung: Make (9/10) > n8n (7/10) > Zapier (5/10).

Unsere Empfehlung nach Unternehmenstyp

Sie sind Solopreneur oder haben ein kleines Team ohne IT-Erfahrung: Starten Sie mit Make. Das Free-Tier reicht für den Anfang, und Sie können jederzeit skalieren.

Sie sind eine wachsende Agentur oder ein Dienstleister mit 10–50 Mitarbeitern: Make im Pro- oder Teams-Plan. Genug Power für komplexe Workflows, bezahlbar, und das Team kann gemeinsam arbeiten.

Sie haben strenge Datenschutz-Anforderungen oder ein technisches Team: n8n Self-Hosted. Volle Kontrolle, keine Datenweitergabe, unbegrenzte Skalierung.

Sie wollen nur 2–3 einfache Automationen und brauchen eine sehr spezifische App-Integration: Zapier. Die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Nischen-App unterstützt wird, ist am höchsten.

Bei Pirro Consulting arbeiten wir mit allen drei Tools und beraten neutral. Die Empfehlung hängt immer vom Kunden ab, nicht von unseren Präferenzen.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich später von einem Tool zum anderen wechseln?

Ja, aber es ist Aufwand. Workflows müssen neu gebaut werden – es gibt keine Export/Import-Funktion zwischen den Tools. Deshalb lohnt es sich, von Anfang an das richtige Tool zu wählen. Die meisten Wechsel sehen wir von Zapier zu Make, wenn Unternehmen wachsen und Zapier zu teuer wird.

Brauche ich einen Entwickler für n8n?

Für die Self-Hosted-Version: Ja, zumindest für Setup und Wartung. Für die Cloud-Version: Nein, aber Sie profitieren von technischem Verständnis. Wenn Sie JSON, APIs und Webhooks verstehen, kommen Sie mit n8n gut zurecht. Wenn diese Begriffe Neuland sind, nehmen Sie Make.

Gibt es noch andere Tools, die ich kennen sollte?

Power Automate von Microsoft ist relevant, wenn Ihr Unternehmen stark im Microsoft-Ökosystem steckt. Tray.io und Workato spielen im Enterprise-Bereich. Für einfache Automationen innerhalb einzelner Plattformen (z.B. HubSpot Workflows) brauchen Sie oft gar kein externes Tool.

Wie viele Operations/Tasks brauche ich pro Monat?

Faustregel: Jede Automatisierung verbraucht pro Durchlauf so viele Operations wie sie Schritte hat. Ein 5-Schritte-Workflow, der 100x im Monat läuft, braucht 500 Operations. Starten Sie mit dem Free-Tier, beobachten Sie den Verbrauch 2–4 Wochen, und upgraden Sie dann gezielt.

Noah Pirro

Über den Autor

Noah Pirro

Gründer von Pirro Consulting. Seit über 4 Jahren automatisiert er Prozesse mit Make, Zapier und n8n und gewinnt für KMU im Saarland und in Rheinland-Pfalz qualifizierte Mitarbeiter über Social Recruiting – 25+ umgesetzte Automatisierungen, 1.500+ eingesparte Stunden.

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